Freibad Werne: Für eine Planung im Interesse der Nutzer*innen!

Rede des Fraktionsvorsitzenden Ralf-D. Lange zu TOP 1.10 (Genehmigung von Beschlüssen der Gesellschafterversammlung der WasserWelten Bochum GmbH
hier: Investition Freibad Werne) , Ratssitzung am 7.11.2019

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren,

heute sollen wir dem ersten Schritt zum Umbau des Freibades Werne zustimmen, damit es möglichst im Sommer 2021 wiedereröffnet werden kann. Das finden wir zunächst gut, heisst es doch in der Verwaltungsvorlage auch, dass es Freibad und Familienbad bleiben soll. Heute beschließen wir konkret nur, dass die alten Bestandsgebäude abgerissen sowie die Grundlagen ermittelt werden sollen, auf denen dann die Vergabe der Planungs- und Bauleistungen der Gebäude und der Technik erfolgen soll, wie es in der Vorlage heisst.

So weit, so gut. Dem wäre ja auch zuzustimmmen, wenn – ja wenn – da nicht die Fallstricke in der Begründung wären, die dann oft genug bei der weiteren Planung zugrunde gelegt werden. Und dann einige Kröten im Schwimmbad, die weder wir noch viele bisherige Nutzerinnen und Nutzer des Freibades schlucken wollen. Es ist ja auch ein entsprechender offener Brief der Freibadfreund*innen an die WaserWelten gegangen.

Da ist vor allem die Reduzierung der Wasserfläche zu nennen: Das Planschbecken soll ganz abgerissen werden, der Nichtschwimmer*innenbereich wird verkleinert, und auch das einmalige 75-Meter-Becken soll auf 50 Meter gekürzt werden. Das alles finden wir nicht erstrebenwert. Und was ist mit der bisherigen Solartechnik, durch die das Wasser bislang aufgeheizt wird? Wir hoffen, diese umweltfreundliche Technik bleibt auch in Zukunft erhalten.

Und was im Grunde genommen am gravierendsten ist: Die so genannte Bürger*innenbeteiligung, die eigentlich keine war. Zur Versammlung, zu der die WasserWelten dankenswerterweise eingeladen hatten, waren über 300 interessierte Beteiligte erschienen. Das Interesse am Freibad ist in Werne also zweifelfrei vorhanden. Aber das war leider keine Bürger*innenversammlung, wo die potenziellen Nutzerinnen und Nutzer des Freibades nach ihren Wünschen und Anforderungen an ein renoviertes Freibad gefragt wurden. Nein, es war eine Veranstaltung, auf der Herr Schmitt von den WasserWelten vor allem seine Pläne zum Umbau den Anwesenden vorgestellt hat. Und eine zweite Informationsveranstaltung wurde für das nächste Jahr auch schon zugesagt. Derartige Top-Down-Veranstaltungen sind meiner Meinung zumindest fraglich, wenn die Bürgerinnen und Bürger eh keine Chance haben, das ihre Anregungen und Wünsche bei der weiteren Planung berücksichtigt werden.

Wie wäre es mit einer vorherigen Begehung mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, damit sie sich vom tatsächlichen Zustand der verschiedenen Gebäude, Becken und der Technik überzeugen können? Was ist mit einer ressourcensparenden Bauweise mit Holz und dem weitestgehenden Erhalt noch nutzbarer Gebäudeteile auf dem Gelände? Was wäre mit einer Planung, in der sich die Vorstellung der späteren Nutzerinnen und Nutzer widerspiegeln?

Aber von all dem findet sich leider nichts in der Begründung wieder, in der das Vorhaben der WasserWelten kurz fixiert ist und uns Zahlen für den Abriss und Neubau vorgelegt werden, die so ohne genauere Kalkulationsgrundlagen nicht nachvollziehbar sind.

Wir sind dafür, dass Geld in die Hand genommen wird, damit das Freibad Werne möglichst bald wiedereröffnet werden kann. Wir sind für eine Ertüchtigung des Freibades Werne, ja! Aber nicht so. Daher werden wir uns bei dieser Abstimmung enthalten, und uns weiterhin für eine schnellstmögliche Wiedereröffnung des Bades mit möglichst wenigen Einschränkungen in Bezug auf Angebot und Wasserfläche einsetzen.