Radverkehr: Für eine bessere Lösung am Steinring

Manche Auseinandersetzungen brauchen einen langen Atem: Die Bochumer Linksfraktion setzt sich weiter für eine vernünftige Radweg-Führung auf dem Steinring zwischen Oskar-Hoffmann-Straße und Wittener Straße ein – mit einem neuen Änderungsantrag.

Im September hatte Sabine Lehmann, Mitglied der LINKEN im Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität, die Planungen der Verwaltung für die Neugestaltung des Steinrings als gefährlich kritisiert und einen umfassenden Änderungsantrag eingereicht. Anschließend meldeten die SPD und die Grünen Beratungsbedarf an, so dass es im September zu keiner Beschlussfassung kam.

Sabine Lehmann

Kern der Auseinandersetzung: Die Linksfraktion will die Fehlplanung verhindern, dass der Radverkehr ohne Überleitung vom rechten Fahrbahnrand plötzlich in der Fahrbahnmitte weiter fahren soll. „Das ist ein unnötiges Unfallrisiko“, erklärt Sabine Lehmann. „Bei roter Ampel müssten sich Fahrräder außerdem durch Autos hindurch schlängeln, die auf der rechten Spur stehen. Wir haben daher beantragt, dass der Radweg mit rotem Asphalt markiert und schon vor Beginn der Rechtsabbiegespur in einer ununterbrochenen Linie auf den Geradeaus-Radweg geführt wird. Sollte das nicht möglich sein, muss die separate Linksabbiegespur entfallen. Dann würden sich erst auf der Kreuzung selbst die Wege trennen.“

Zur Sitzung des Mobilitätsausschusses am 12. November legt die Verwaltung jetzt eine überarbeitete Beschlussvorlage vor, die allerdings die Probleme nicht beseitigt: „Auch die abgeänderte Planung ermöglicht Radfahrenden keine gleichberechtigte Teilnahme am Verkehr“, sagt Sabine Lehmann. „Wer mit dem Rad Richtung Wittener Straße geradeaus fährt, soll auf dem Steinring weiterhin plötzlich nach links auf die andere Seite der Auto-Rechtsabbiegespur wechseln. Diese gefährliche Situation soll lediglich durch eine Vorschaltampel entschärft werden. Das würde aber zu zusätzlichen Wartezeiten führen, abwechselnd für Autos und den Radverkehr. Unser Vorschlag macht das überflüssig, indem Autos und Fahrräder zwar voneinander getrennt aber gleichzeitig fahren dürfen.“

Im Bereich der Oskar-Hoffmann-Straße sei die Planung sogar verschlimmbessert worden, sagt Sabine Lehmann: „Die jetzt vorgesehene Fahrbahn-Markierung suggeriert Autofahrer*innen, dass ab hier der Radverkehr komplett auf dem Gehweg stattfindet. Wer an solchen Stellen ganz normal die Straße weiter benutzt, was erlaubt ist, weiß: An solchen Stellen werden Radfahrer*innen extrem häufig von uninformierten Autofahrer*innen angehupt, beschimpft oder abgedrängt“.

Daher beantragt die Linksfraktion, dass die Verwaltung die Beschlussvorlage in drei zentralen Punkten erneut überarbeiten soll, um einen sichere Radwege-Führung zu ermöglichen. Der Antrag im Wortlaut.