Erinnerung an Auschwitz ist Auftrag zum Handeln

Heute vor genau 75 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee der Sowjetunion das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Auschwitz ist gleichzeitig Auftrag und Mahnung, die Erinnerung an die Opfer der menschenverachtenden NS-Gewaltherrschaft wachzuhalten und jeder Form von Antisemitismus und Rassismus entschieden entgegenzutreten.

Bereits am Samstag waren wir zusammen mit mehr als 200 Menschen bei einer Mahnwache am Husemannplatz auf der Straße. Unter dem Motto „Kämpfen heißt Erinnern“ wurden die Namen der 597 jüdischen Bochumer*innen auf Transparenten gezeigt und vorgelesen, von denen wir wissen, dass sie in den NS-Konzentrationslagern getötet worden sind. Anlässlich der Ratssitzung am kommenden Donnerstag werden die Namen stellvertretend für die unzähligen weiteren Opfer erneut verlesen.

„Diese Bochumer Namen und Adressen erinnern auch an unsere Verantwortung hier vor Ort“, sagt Benny Krutschinna, Bochumer Ratsmitglied der LINKEN. „Wir werden niemals vergessen, was war. Diese Erinnerung ist ein Auftrag: Wir setzen auch in Bochum mit aller Kraft für eine solidarische Stadt ein, in der alle angstfrei leben können. Ohne Angst vor Rassismus, Diskriminierung und Hetze, und genauso ohne Angst vor Armut, Perspektivlosigkeit und sozialer Ausgrenzung. Und wir fordern die Stadt Bochum auf, endlich die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) stärker bei ihrem Kampf gegen die Aberkennung ihrer Gemeinnützigkeit zu unterstützen. Hier sind endlich deutliche Worte der Stadtspitze an die zuständigen Behörden angebracht!“

Zu der Mahnwache am Samstag hatte der VVN-BdA Bochum zusammen mit weiteren Partner*innen aufgerufen, darunter der Antifaschistischen Aktion Bochum, dem Bündnis gegen Rechts, der GEW Bochum, dem Internationalen Kulturverein Dahlhausen und dem Bochumer Kuratorium „Stelen der Erinnerung“.