Bochum soll den Bildungsnotstand ausrufen

Die Fraktionen von DIE LINKE und Die PARTEI & STADTGESTALTER haben zur Ratssitzung am 24.06.2021 gemeinsam eine Resolution eingereicht, mit der in Bochum der Bildungsnotstand ausgerufen werden soll. Lehrkräfte sind überfordert, Eltern frustriert. Die Hilferufe aus den Schulen und den Familien häuften sich. Die beiden Fraktionen kritisieren, dass alle inhaltlichen Initiativen der Opposition von der Verwaltung und Koalition ungehört blieben.

„Die desolate Situation in Bochumer Schulen sorgt dafür, dass sich die soziale Schere weiter öffnet“, kritisiert Gültaze Aksevi, Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion. „Finanziell besser gestellte Eltern können sich vielleicht Nachhilfeunterricht per Videokonferenz über die eh vorhandenen iPads für ihre Kinder leisten, aber Familien mit weniger Geld schauen in die Röhre. In der notwendigen Beschaffung und Verteilung von Laptops und Tablets hat sich die Verwaltung in einem Chaos verstrickt. Das Schulamt, das zwar eine Landesbehörde ist, in der aber der Oberbürgermeister bzw. eine von ihm benannte Vertretung direkt beteiligt wird, hat sogar die Finanzierung von Laptops durch das Jobcenter für Kinder im SGB-II-Bezug torpediert. Die Affäre ist weiterhin nicht aufgeklärt. Auch für das kommende Jahr werden Plätze an den Bochumer Gesamtschulen fehlen, und es werden wohl erneut nicht alle eigentlich vorgeschriebenen Schuleingangsuntersuchungen durchgeführt. Der Bochumer Rat muss diese Probleme endlich anerkennen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um sie zu lösen“, fordert Aksevi.

DIE LINKE und Die PARTEI & STATDGESTALTER sehen den Oberbürgermeister in der Verantwortung, die Probleme an den Bochumer Schulen unter Aufbringung aller möglichen Anstrengungen schnellstmöglich zu beseitigen. Sie fordern für den Haushalt 2022 erhebliche finanzielle Anstrengungen für Maßnahmen im Schulbereich und eine Umorganisation des Schuldezernats, dass sich auch schon vor der Corona-Krise als untauglich erweisen hat die Herausforderungen zu bewältigen. Auch rufen die beiden Fraktionen die gesellschaftlichen Institutionen, Eltern, sowie alle Einwohner*innen Bochums auf, sich der Erklärung anzuschließen und einen Pakt für Bildungschancen zu fordern und zu befördern.