Radverkehr: Für eine bessere Lösung am Steinring

Manche Auseinandersetzungen brauchen einen langen Atem: Die Bochumer Linksfraktion setzt sich weiter für eine vernünftige Radweg-Führung auf dem Steinring zwischen Oskar-Hoffmann-Straße und Wittener Straße ein – mit einem neuen Änderungsantrag.

Im September hatte Sabine Lehmann, Mitglied der LINKEN im Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität, die Planungen der Verwaltung für die Neugestaltung des Steinrings als gefährlich kritisiert und einen umfassenden Änderungsantrag eingereicht. Anschließend meldeten die SPD und die Grünen Beratungsbedarf an, so dass es im September zu keiner Beschlussfassung kam.

Sabine Lehmann

Kern der Auseinandersetzung: Die Linksfraktion will die Fehlplanung verhindern, dass der Radverkehr ohne Überleitung vom rechten Fahrbahnrand plötzlich in der Fahrbahnmitte weiter fahren soll. „Das ist ein unnötiges Unfallrisiko“, erklärt Sabine Lehmann. „Bei roter Ampel müssten sich Fahrräder außerdem durch Autos hindurch schlängeln, die auf der rechten Spur stehen. Wir haben daher beantragt, dass der Radweg mit rotem Asphalt markiert und schon vor Beginn der Rechtsabbiegespur in einer ununterbrochenen Linie auf den Geradeaus-Radweg geführt wird. Sollte das nicht möglich sein, muss die separate Linksabbiegespur entfallen. Dann würden sich erst auf der Kreuzung selbst die Wege trennen.“

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Gegen die soziale Spaltung: Ortsteile wie Wattenscheid Mitte nicht weiter abhängen!

Die Bochumer Linksfraktion fordert zusätzliche Maßnahmen für mehr Bildungsgerechtigkeit und gegen die zunehmende soziale Spaltung in unserer Stadt. Der von der Stadt veröffentlichte Bericht „Bochumer Ortsteile kompakt“ weist auf neue Trends und langfristige Fehlentwicklungen hin.

Gültaze Aksevi, Vorsitzende der Linksfraktion

„Von gleichen Lebensbedingungen kann in Bochum keine Rede sein – die Schere geht weiter auseinander“, kritisiert die Fraktionsvorsitzende der Bochumer LINKEN Gültaze Aksevi. „Vor sechs Jahren waren in Wattenscheid Mitte bereits 22,3 Prozent der Menschen auf ALGII und Sozialgeld angewiesen, heute sind es 28,8 Prozent. Das ist eine massive Steigerung.“ Zum Vergleich: Im Ortsteil Stiepel sind nur 2,4 Prozent von Sozialleistungen abhängig.

Auch die Kinderarmut hat in Wattenscheid Mitte massiv zugenommen: Aktuell müssen dort 41 Prozent der Haushalte mit Kindern von Hartz IV leben, 2012 waren es noch 31 Prozent.

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Was macht eigentlich… Heinz Hossiep?

Es gibt Namen, mit denen will die aktuelle Führungsebene der Bochumer SPD nicht mehr so gerne in Verbindung gebracht werden. Als Thomas Eiskirch im Jahr 2015 zum Oberbürgermeister gewählt wurde, schrieb die WAZ, er stehe „für einen neuen Ton“, der sich von dem „Bochumer Filz“ etwa des „Machtmenschen Heinz Hossiep“ stark abgrenze. Die Bochumer Klüngelstrukturen um den damaligen SPD-Fraktionschef und VBW-Geschäftsführer Hossiep hatten in den 1980er und 1990er Jahren bundesweit Schlagzeilen gemacht und auch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ausgelöst.

Um so überraschter waren wir, als wir nun im Geschäftsbericht der VBW lesen mussten, dass der fröhliche Rentner Heinz Hossiep weiter für die mehrheitlich städtische Wohnungsgesellschaft VBW aktiv ist – und zwar im Aufsichtsrat der Düsseldorfer Wohnungsgesellschaft WSG, an der die Bochumer VBW Anteile von 40 Prozent hält.

In einer Anfrage wollten wir daher wissen, in welcher Funktion Hossiep noch immer bei der VBW arbeitet, so dass er die Gesellschaft in einem Düsseldorfer Aufsichtsrat vertreten könne. Einige Ratsmitglieder der SPD-Grünen-Koalition vermuteten, dass es sich bei Hossieps Nennung im VBW-Geschäftsbericht um einen Fehler handeln müsse. Dagegen bestätigte die Stadtverwaltung in ihrer Antwort die Angaben: Die VBW hat Hossiep in den Aufsichtsrat entsandt, obwohl er sonst eigentlich nicht mehr für sie tätig sei. Die Antwort im Wortlaut.

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Bus & Bahn: Linksfraktion kritisiert schwarz-grüne Erhöhung

Die Bochumer Linksfraktion kritisiert die von CDU und Grünen gemeinsam im VRR-Verwaltungsrat beschlossenen Preiserhöhungen für den öffentlichen Nahverkehr.

Gültaze Aksevi, Fraktionsvorsitzende der Bochumer LINKEN.

„Dieses doppelte Spiel finde ich bedauerlich“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Bochumer LINKEN Gültaze Aksevi. „Auf der vergangenen Ratssitzung in Bochum haben sich die Grünen noch für den Beschluss gefeiert, an einem einzigen Tag im Dezember Bus und Bahn bei der Bogestra kostenlos anzubieten. Was nützt so eine Werbeaktion, wenn fast zeitgleich Preiserhöhungen für alle anderen Tage beschlossen werden? Das ist dann kein Beitrag zu einer sozial-ökologischen Verkehrswende, sondern Augenwischerei.“

Besonders kritisiert Aksevi, dass sich selbst das Sozialticket weiter verteuern soll, statt den Preis auf ein sozialverträgliches Niveau zu senken. „Innerhalb von sechs Jahren hat sich der Preis für das Ticket von 29,90 Euro auf nun 39,35 Euro erhöht. Diese Politik grenzt insbesondere die aus, die bereits stark unter Hartz-IV und Co. leiden.“ Auch die Preise praktisch aller anderen Abos sowie des Vierer-Tickets sollen zum 1. Januar 2020 angehoben werden.

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Newsletter September 2019

Liebe Leser*innen,

es bewegt sich was in Bochum! Am vergangenen Freitag haben sich in unserer Stadt mehr als 10.000 Menschen an den Aktionen zum Globalen Klimastreik beteiligt, und am Wochenende waren Hunderte bei der Fahrraddemo und beim Parking-Day für einen echten Wandel der Bochumer Verkehrspolitik auf der Straße. Im Rathaus können wir durchaus spüren, dass dieser Druck die Regierenden von SPD und Grünen nicht völlig unbeeindruckt lässt – dass aber Mehrheiten für einen tiefgreifenden Politikwechsel leider immer noch fehlen. Aber wir lassen uns nicht entmutigen: In diesem Newsletter berichten wir von der Ratssitzung am 19. September, vom Auftakt der Beratungen über den städtischen Haushalt 2020/21 – und natürlich von unseren konkreten Initiativen und Anträgen im Rat und in den Ausschüssen.

Die Themen im Einzelnen:

1. Trotz Klimanotstand: RWE-Ausstieg bleibt unvollständig
2. Gebührenfreies Sparkassen-Konto: Mehrheit drückt sich
3. Drei LINKE Initiativen für den Radverkehr
4. Innenstadtumbau: Kein zivilgesellschaftliches Planungsbüro
5. LINKE fordert mehr Unterstützung für freie Kultur
6. Freibad Werne auch nächste Saison geschlossen?

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Gegen Mieterhöhungen: Innenstadtentwicklung sozial gestalten!

Redebeitrag von Benny Krutschinna zum Änderungsantrag der Linksfraktion zum „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) Innenstadt Bochum“, TOP 3.7. im Ausschuss für Strukturentwicklung, 20.09.2019 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren,

Benny Krutschinna, DIE LINKE. im Rat
Benny Krutschinna, DIE LINKE. im Rat

als Linksfraktion haben wir uns intensiv an dem ISEK-Prozess beteiligt, und wir erkennen an, dass zumindest einige unserer Vorschläge den Weg in den Entwurf gefunden haben. Gut finden wir zum Beispiel, dass wir Sie überzeugen konnten, eine Machbarkeitsstudie für ein gemeinwohlorientiertes Nutzungskonzept für das Areal am Appolonia-Pfaus-Park aufzunehmen. Dass die Option Erbbaurecht statt Bodenprivatisierung jetzt wenigstens schon mal diskutiert wird, ist ein erster Erfolg für alle, die gegen den Ausverkauf unserer Innenstadt kämpfen!

Leider reichen die bisherigen Änderungen nicht aus, um das Innenstadtentwicklungsprogramm zu einem sozial und ökologisch ausgewogenen Konzept zu machen. Es fehlen weiterhin Maßnahmen gegen den Anstieg des Mietpreisniveaus, und insbesondere gegen den riesigen Mangel an Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen. Bei einigen geplanten Maßnahmen besteht sogar die Gefahr, dass sie soziale Probleme weiter verschärfen, wenn nicht soziale Schutzklauseln implementiert werden.

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Morgen: Klimastreik! Heute: Dem Klimakiller RWE die Kohle entziehen!

Redebeitrag von Benny Krutschinna zum Antrag der Linksfraktion „RWE-Aktien beim LWL“ , TOP 2.7 auf der Ratssitzung am 19.09.2019

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren,

endlich hat die Stadt Bochum gemacht, was wir als LINKE seit vielen Jahren immer wieder eingefordert und beantragt haben: Nämlich damit aufgehört, einem der größten Energiewende-Bremsklötze, dem Kohle- und Atomkonzern RWE, durch das Halten eines großen Aktienpakets Kapital für seine zerstörerische Politik zur Verfügung zu stellen.

Das war ‘ne lange Hängepartie, die hier in Bochum insbesondere die SPD und die Grünen zu verantworten haben. Immer wieder haben wir als Linksfraktion das Thema auf die Tagesordnung gesetzt, und das beharrliche Wirken von Umweltverbänden, Initiativen und zuletzt auch Fridays for Future hat letztendlich einen gesellschaftlichen Druck erzeugt, der diesen Erfolg möglich gemacht hat. Vielen Dank dafür! Jetzt geht es uns um Folgendes: So ganz raus aus dem unökologischen und unsozialen RWE-Schlamassel ist Bochum nämlich immer noch nicht. Denn mittelbar ist unsere Stadt über den Landschaftsverband Westfalen Lippe immer noch an einigen Millionen RWE-Aktien beteiligt.

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Rede: Gebührenfreies Sozialkonto einführen!

Rede von Ralf-D. Lange zum Antrag der Linksfraktion „Sozialkonto bei der Sparkasse“ (TOP 2.2) auf der Ratssitzung am 19.09.2019

Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren,

wir stehen hinter dem Modell öffentlich-rechtlicher Sparkassen. Ein Geldinstitut in kommunaler Hand, das nichts anderes macht als das gesparte Geld ihrer Kundinnen und Kunden an Interessierte weiter zu verleihen: Dies und die Gebühren sind die Haupteinnahmequellen dieses Geldinstitutes, im Gegensatz zu anderen Banken, die sich mit hochriskanten Finanzspekulationen ihre riesigen Gewinne sichern ­– mit Devisengeschäften oder Aktien-Zockerei. Oder gar mit illegalen Cum-Cum oder Cum-Ex-Deals. Und weil die Sparkassen das nicht machen, ist es auch klar, dass sie ganz besonders unter der lang anhaltenden Niedrigzinsphase leiden. Trotz allem ist offensichtlich, dass die Sparkasse Bochum einen guten Job macht und geradezu eine Cash Cow unter den Unternehmen der Stadt Bochum ist. Zum Glück! Und das alles ohne Schließung von Filialen, ohne Kündigungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern! Und dann bietet sie noch Jahr für Jahr mehr jungen Menschen einen guten Ausbildungsplatz. Ob sie sich ein Profi-Radrennen leisten oder beim Sponsoring für das Zeltfestival Ruhr einspringen muss, steht auf einem anderen Blatt, wir meinen Nein! Wie dem auch sei: Die Sparkasse Bochum ist kein normales Geldinstitut wie die anderen Groß- oder Investmentbanken.

Gerade als kommunales Unternehmen, das der Allgemeinheit verpflichtet ist und daher in diesem Jahr 16 Millionen Euro Gewinne an den städtischen Haushalt abführt und diese Summe kommendes Jahr sogar noch erhöhen will, gerade von diesem Unternehmen erwarten wir etwas mehr soziales Denken und Handeln. Die Sparkasse ist das kommunale Kreditinstitut – sie gehört nicht nur der Stadt Bochum, sondern sie hat auch einen sozialen Auftrag.

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Sparkasse Bochum: Hohe Gewinne, noch höhere Gebühren?

Die Linksfraktion macht die Gebührenpolitik der Bochumer Sparkasse zum Thema im Rat. Auf der Sitzung am Donnerstag, den 19. September beantragt sie ein gebührenfreies Girokonto für Bezieher*innen von Sozialleistungen.

Ralf-D. Lange
Ralf-D. Lange, Vorsitzender der Bochumer Linksfraktion.

„Die Sparkasse macht hohe Gewinne“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Bochumer LINKEN Ralf-D. Lange. „Auf der bevorstehenden Ratssitzung sollen wir einem Jahresabschluss mit einem Bilanzgewinn von 16,9 Millionen Euro zustimmen. Da ist es völlig unverhältnismäßig, ausgerechnet jene Bochumerinnen und Bochumer mit hohen Gebühren zu belasten, die sowieso schon jeden Euro zweimal umdrehen müssen.“

Ralf-D. Lange verweist darauf, dass die Sparkasse ihre jährliche Gewinnausschüttung an die Stadt Bochum seit dem Jahr 2004 mehr als verfünffacht hat – auf inzwischen 16 Millionen Euro. Eine weitere Steigerung ist im städtischen Haushaltsentwurf bereits eingeplant. Um diese von SPD und Grünen gesetzten Vorgaben zu erreichen, hat die Sparkasse angekündigt, die Gebühren für private Girokonten zum 1. November 2019 weiter zu erhöhen – ohne jeglichen sozialen Ausgleich.

„Die Sparkasse ist das kommunale Kreditinstitut – sie gehört nicht nur der Stadt Bochum, sondern hat auch einen sozialen Auftrag“, betont Ralf-D. Lange. „Durch ihre Haushaltsplanungen trägt die Rathauskoalition aus SPD und Grünen eine direkte Verantwortung für die unsoziale Gebührenerhöhung, die Menschen mit geringem Einkommen besonders hart trifft. Deswegen ist unser erstes Ziel ein kostenfreies Girokonto ohne Zusatzgebühren für Empfänger*innen von Sozialleistungen. Insgesamt fordern wir eine Umstrukturierung des gesamten Tarifmodells nach sozialen Kriterien.“

Wie bereits berichtet hat die Bochumer Sparkasse angekündigt, zum 1. November 2019 den Grundpreis für private Girokonten von bisher 2,25 Euro auf 3,50 bis 4,50 pro Monat zu erhöhen. Grundfunktionen wie Kartenzahlungen, Überweisungen und Lastschriften sollen weiterhin extra kosten. Ein kostenfreies Konto ohne diese Zusatzgebühren will die Sparkasse weiterhin nur Studierenden, Azubis und Schüler*innen anbieten – nicht aber Menschen mit geringem Einkommen, wie es DIE LINKE schon lange fordert.

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Drei Initiativen für den Radverkehr

Sabine Lehmann, Mitglied der Linksfraktion im Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität.

Am heutigen Dienstag, den 10. September tagt der Mobilitätsausschuss des Bochumer Rats – und auf der Tagesordnung stehen gleich drei LINKE Initiativen zur Förderung des Radverkehrs und einer sozial-ökologischen Verkehrswende.

1.) Im Rahmen der Haushaltsberatungen beantragt die Linksfraktion, das Budget für den Neubau von Radwegen von 300.000 Euro auf 500.000 Euro anzuheben. Denn in Bochum fehlen an vielen Stellen Radwege oder sie sind in einem desolaten Zustand. Nach der Ausrufung des Klimanotstands muss die Stadt mehr tun, um die Verkehrswende nicht weiter zu verschleppen. Dafür sind dringend höhere Investitionen in diesem Bereich dringen nötig. Der Antrag im Wortlaut.

2.) Wir stellen einen Änderungsantrag zur Neugestaltung des Steinrings zwischen Oskar-Hoffmann-Straße und Wittener Straße. Denn die von der Verwaltung vorgeschlagene Einordnung des Radverkehrs auf den mittleren Fahrstreifen an der Kreuzung ist gefährlich, da viele Autos mit hoher Geschwindigkeit auf eine grüne Ampel zuhalten. Bei roter Ampel müssten sich Fahrräder durch die auf der rechten Spur stehenden Fahrzeuge schlängeln. Wir beantragen daher, dass der Radweg mit rotem Asphalt markiert und schon vor Beginn der Rechtsabbiegespur in einer ununterbrochenen Linie auf den Geradeaus-Radweg geführt wird. Sollte das nicht möglich sein, muss die separate Linksabbiegespur entfallen. Dann würden sich erst auf der Kreuzung selbst die Wege trennen.

3.) Außerdem stellen wir eine Anfrage zu sogenannten „Dooring-Unfällen“ – also Unfällen durch das plötzliche Öffnen von Türen geparkter Autos. In der vergangenen Sitzung des Mobilitätsausschusses hatten wir einen Antrag eingebracht, um die Sicherheitslage durch die Verbreiterung des Radweges an der Herner Straße zu verbessern. Dieser wurde von der SPD-Grünen-Koalition leider abgelehnt. Angesichts dessen wollen wir genau wissen, wie viele solche Unfälle die Polizei in den vergangenen zwei Jahren registriert hat, und welche Handlungsempfehlungen die Verwaltung gibt, um solche Unfälle in Zukunft zu vermeiden. Die Anfrage im Wortlaut.